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Gefährlicher Kickstarter-Hype

Kickstarter. Tolles Ding. Kurz erklärt: Auf Kickstarter kann man Projekte einstellen mit einem Geld-Ziel. Einfach gesagt: Man fragt die Leute nach Geld. Und sie können Spenden (und bekommt idr. dafür irgendwas. Das fertige Projekte. Frühen Zugang dazu. Vielleicht eine Widmung etc. zusätzlich. Sowas eben.). Man sagt den Leuten was man machen möchte und wieviel Geld man dazu benötigt. Und mit etwas Glück wird das Ganze dann finanziert. Der Hintergrund ist einfach: Vielleicht hat man keine Investoren finden können. Oder keinen Publisher. Oder man will einfach diesen völlig unabhängigen Weg gehen. Und nimmt man mehr Geld ein, als gedacht, so kann das Projekt noch toller werden.

Eigentlich eine ziemlich geniale Sache. Double Fine haben so für ihr Adventure mehr als drei Millionen Dollar eingesammelt. Und Wasteland 2 wurde mit fast drei Millionen erfolgreich finanziert. Aktuell übertrifft auch Castle Story alle Erwartungen. Nach 80.000 wurde gefragt. Aktuell liegt das Teil bald bei 350.000 Dollar. Es ist somit ebenfalls finanziert. Wobei. Ist das eigentlich korrekt? Dazu gleich mehr.

Feststehen tut: Kickstarter ist ein massiver Hype. Die Spielepresse bejubelt es. Von Denkzetteln für Publisher ist da die Rede. Von wahrer Kreativität. Und überhaupt. Ist das eigentlich korrekt? Und jetzt wird es spannend! In der Spieleindustrie ist es – und da muss man mal ehrlich sein – doch so, dass nahezu kein Termin wirklich gehalten werden kann. Und Budgets werden – auch da muss man ehrlich sein – oft überspannt. Ein Publisher kann solche Kosten, wenn alles gut geht, kompensieren und ist vielleicht bereit, das Mehrgeld zu investieren.

Was aber passiert eigentlich, wenn die ersten Kickstarter-Projekte, die angeblich finanziert sind, scheitern? Ein Monat mehr Entwicklungszeit kann nämlich ganz schnell das Aus bedeuten. Warum? Weil ein Monat Lohn-, Miete- und Entwicklungskosten beinhaltet. Was passiert eigentlich, wenn auf einmal die Kickstarter-Projekte ankommen und bei den „Kunden“ um weitere Gelder betteln? Und genau das wird aber früher oder später passieren. Auch mit Projekten, die jetzt schon bereits als finanziert gelten. Das halte ich für äußerst wahrscheinlich. Nein, ich weiß es sogar. Ich kenne einige der Projekte dort. Habe sie selbst gesehen. Und ich sage ganz klar: Das wird nix. Nicht mit dem Budget. Nie. Und. Nimmer. Punkt. Im Prinzip ist es Geldabzocke, wenn man so will. Weil es einkalkuliert wird, dass es nichts wird.

Aber was passiert dann? Werden die Kunden bereit sein, noch einmal Geld reinzupacken? Das mit dem Zurückbekommen des Geldes ist nämlich so eine Sache. In den AGBs von Kickstarter heißt es, dass ein Projektteam das Geld anfangen muss, zurück zu erstatten, sobald es erkennt, dass das Projekt zum Scheitern verurteilt ist. Wenn das läuft wie üblich in der Branche ist am Ende kaum Geld zum zurückzahlen da. Das kann ein Spaß werden. Ich bin ja gespannt, ob dann dieser Hype-Wahn vorbei ist…

P.S.: Was ist eigentlich, wenn die Leute dann ein Spiel bekommen, was sie sich so gar nicht vorgestellt haben? Auch das stelle ich mir lustig vor…

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