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Beschwerdebrief an die Deutsche Bahn

Sehr geehrte Damen und Herren von der Deutschen Bahn,

Mit viel Freude möchte ich mich für den großartigen neuen Fahrplan bedanken, der am 12. Dezember 2011 in Kraft getreten ist. Die Strecke Frankfurt – Marburg war ja bereits vor der Umstellung schon ziemlich überlastet, doch Sie haben es wahrlich geschafft, die Züge aus allen Nähten platzen zu lassen.

Nie zuvor waren die Züge voller. Wie hätte ich mir auch Besserung erhoffen können, nachdem über Wochen hinweg Mitarbeiter der Bahn die Strecke auf ihre Belastung überprüft hatten? Mit den Klickzählern gingen sie durch die Bahnen und notierten fleißig die Fahrgastzahlen und mussten scheinbar voller Erstaunen feststellen, dass zwar nicht jeder Fahrgast einen Sitzplatz haben konnte (besonders nicht zum Feierabendverkehr), dass aber auf den Gepäckablagen noch genügend Platz vorhanden zu sein schien. Und natürlich war noch nicht jeder Quadratzentimeter der Gänge mit menschlicher Fracht belegt.

Ich weiß nicht genau, welche Verbindungszüge gestrichen werden mussten und welche Anschlusszüge umverlegt werden mussten, doch das Ergebnis kann sich sehen lassen: Voller waren die Züge noch nie. Gruppenkuscheln über eine Fahrt von einer grob geschätzten Stunde – das hat schon was. Lesen ist nun auch nicht mehr im Stehen möglich, denn das Buch würde, sofern man es vor sich halten wollte, zu viel Platz vergeuden.

Mir scheint, dass jedes Tier in Deutschland mehr Rechte in Sachen Bewegungsfreiheit besitzt, als die Fahrgäste der Deutschen Bahn. Dafür wollte ich mich überschwänglich bedanken. Doch allein die unsägliche Unbequemlichkeit ist nicht allein Grund für meine baldige Quittierung der Inanspruchnahme Ihrer Dienste, nein, sondern auch das Risiko, welches von solch überfüllten Zügen ausgeht. Eine kleine Bremsung sorgt schon für bedrohliches Massenschwenken, da will ich mir gar nicht ausmalen, was bei heftigeren Geschwindigkeitsreduzierungen wohl der Fall sein könnte.

Umweltfreundliches Fahren schön und gut. Damit wirbt die Deutsche Bahn. Doch in Anbetracht der Verspätungsqualitäten, der brachialen Überfüllung und der Frechheit, genau in diesem Verkehr auch noch darauf bestehen zu müssen, unfreundliche Schaffner und Schaffnerinnen auf Fahrkartenkontrolle zu schicken, die allen Ernstes meinen die Fahrgäste mit wütendem Gebell anzublaffen, freue ich mich, Ihnen mitteilen zu können, dass ich von nun an, sobald mein Umzug vonstatten gegangen ist und ich nicht mehr auf die miserable Anbindung angewiesen bin, andere Verkehrsmittel verwenden werde.

Und merken Sie etwas? Die gestiegenen Preise, wegen erhöhter Energiekosten und dennoch eingefahrener Rekordgewinne, die habe ich nicht einmal angesprochen. Ah. Moment. Habe ich ja nun doch.

Hochachtungsvoll,
Michael Hoss

P.S.: Ich hätte sehr gerne ihr Kontaktformular genutzt, nachdem ich keine Emailadresse finden konnte. Doch hätte mir das Kontaktformular, auf Grund der Tatsache, dass es leider kein Kopieren & Einfügen erlaubt, einen weiteren Grund zur Beschwerde geliefert. Also habe ich es nicht getan.

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