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Der Preis ist eine Farce

Sehr schön. Vor einiger Zeit, da wurde der Deutsche Computerspielpreis ins Leben gerufen. Zur Förderung des Mediums, zur Steigerung der Akzeptanz und allgemein aus kulturwertvollen Gründen. Damals, da klang das ganz toll. Super. Schick. Und überhaupt. Doch dann, dann kam alles ganz anders. Anders, als man dachte. Das Problem beim Deutschen Computerspielpreis ist nämlich, dass wirklich gute Spiele gar nicht erst gewinnen können, was an Vertretern aus der Politik in der Jury liegt. Mehr oder weniger.

Es begab sich aber zu der Zeit, da musste sich im letzten Jahr ein Grand Theft Auto IV ziemlich verdutzt umschauen. Zwar teile ich die weitläufige Meinung nicht, dass es sich hierbei um das wohl beste Spiel des letzten Jahres handelt – aber gut. Es ist eine weitverbreitete Ansicht. Und ich kann sie nachvollziehen. Aber siehe da: Damals wurde das Spiel nicht einmal nominiert! Warum? Ganz einfach: Weil man darin schießen kann. So musste sich ein großartiger Titel allein schon bei der Nominierung Wii Fit, Little Big Planet und Rock Band 2 geschlagen geben. Schon damals beäugte man den Preis kritisch. Spiele, in denen Waffen auch nur überhaupt vorkommen, scheinen gleich von dem Preis ausgeschlossen zu sein.

Aber was dann in diesem Jahr passierte, das war dann die absolute Frechheit, die ganz und gar offen demonstriert, dass der gesamte Preis eine Farce ist. Ja sogar, dass er überflüssig und in keiner Weise fördernd ist. Der Branche soar Schaden zufügt, wenn man mich nach meiner Meinung fragt. Dieses Mal waren nämlich tatsächlich zwei Spiele in der Kategorie „Bestes Internationales Spiel“ nominiert, die Gewalt enthielten. Dragon Age: Origins, ein beeindruckendes Meisterwerk der Rollenspielkunst. Uncharted 2, eines der wohl besten Actionspiele für die Playstation 3. Und Professor Layton und die Schatulle der Pandora. Dass letzteres nicht gewinnen durfte, das war jedem klar. Auch der Jury. Das wäre ein überaus peinliches Signal gewesen. Und nun? Dumm gelaufen. Weder Uncharted, noch Dragon Age durften der alten Regel nach gewinnen: In einem Spiel erschlägt man zahlreiche Monster, im Anderen erschießt man böse Buben.

Ergo: Es gab keinen Gewinner. Es wurde einfach eine Kategorie ausgelassen. Doch dann kam der Protest. Und die Jury entschied sich kurzer Hand zu einer Nachnominierung. Doch genau das bringt mich zu meiner erwähnten Aussage: Das Ganze ist eine Farce, welche die gesamte Branche unglaubwürdig und scheinheilig wirken lässt. Gewonnen hat nämlich Dawn of Discovery. Und das ist der englische Titel für Anno 1404, was zugleich auch der Gewinner in der Kategorie „Bestes deutsches Spiel“ ist. Ganz im Ernst: Glaubt die Jury, glauben die Finanzierer, ja glaubt irgendwer tatsächlich, dass selbst die kleinste und IQ-ärmste Bakterie diesen Pseudo-Ausweg aus dem Dilemma auch nur im geringsten ernst nehmen kann? Hallo? Ihr habt einfach die internationale Fassung genommen und sie noch einmal gewinnen lassen? Das beste Internationale Spiel ist also ein Spiel, was in Deutschland entwickelt wurde? Drei Buchstaben: W.T.F.

Schafft das Ding wieder ab. Ohne war es besser. Mit wird es, ganz offenkundig, nur schlimmer.

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